Seit über 90 Jahren organisieren wir internationale Pilgerfahrten. Die Organisation wird reihum von Ehrenamtlichen in unseren Mitgliedsländern übernommen. Diese wählen eine Region in ihrem Land oder auch in einem anderen Land aus. Traditionsgemäß findet die Pilgerfahrt alle zehn Jahre in der Gegend von Assisi, der Heimat des heiligen Franziskus, in Italien statt.

In der gewählten Gegend wandern wir im Geist von Franziskus von Assisi neun Tage lang durch die Natur, bereiten gemeinsam unsere Mahlzeiten zu, übernachten in einfachen Unterkünften und teilen unseren Glauben. Unterwegs sprechen wir über unsere Verantwortung in Gesellschaft und Umwelt, über Frieden und Gerechtigkeit und über das, was unsere Herzen bewegt. Singen, Spielen, Lachen und Abenteuer – auch das darf nicht fehlen. So versuchen wir, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln und uns in Toleranz zu üben, um dies dann in unseren Alltag weiter zu tragen.

Rahmenprogramm

Am ersten Tag der Pilgerfahrt kommen alle Teilnehmer*innen zusammen zur Feier eines Aussendungsgottesdientes. Danach wird die Gruppenaufteilung bekannt gegeben. Anschließend gehen/fahren die Gruppen zu ihrer ersten Unterkunft. Während neun Tagen sind die unterschiedlichen Gruppen unterwegs. Am letzten Tag kommen alle mittags wieder zusammen, feiern einen Gottesdienst, essen gemeinsam und genießen den Abschlussabend. Am nächsten Morgen gibt es Frühstück. Bis 10:00 Uhr müssen alle die Unterkunft (meistens eine Turnhalle) verlassen.

In der Regel gibt die Möglichkeit, gegen eine geringe Gebühr bereits eine Nacht vor dem Start zum Beispiel in einer Turnhalle zu schlafen. Für Verpflegung muss dann jeder selbst sorgen. Die erste von den Gefährten organisierte Mahlzeit ist das Abendessen am Starttag.

In den Gruppen

Wichtige Bestandteile des täglichen Geschehens in den Gruppen sind:

Wandern
Es kommt nicht auf große Distanzen an, sondern darauf, sich an den Schwächsten zu orientieren, die Natur zu genießen, neue Ortschaften zu entdecken, dem Wetter ausgesetzt zu sein, am nächsten Streckenziel mit allen anzukommen. Die vorgesehenen Distanzen sind in den verschiedenen Gruppenarten unterschiedlich.

Gemeinsam essen
Für die Verpflegung muss die Gruppe selbst sorgen. Im Wechsel sollen Teilnehmer in Kleingruppen einkaufen und für die Gruppe kochen. Wo es keine Küche gibt, wird ein Küchenset mit Gaskochern zur Verfügung gestellt. Auch alle anderen Haushaltstätigkeiten müssen solidarisch von allen durchgeführt werden. Auch Kinder werden nach ihren Möglichkeiten beteiligt.

Gesprächsrunden halten
Wir nehmen uns vor, jeden Tag Zeit zu finden, um zum Jahresthema ins Gespräch zu kommen. Hierfür sind im Vorfeld Texte und Methoden vorbereitet worden.

Glauben teilen
Das Spirituelle findet seinen Platz in Morgen- oder Abendgebet, meditativen Übungen bzw. dem, was die Gruppenteilnehmer einbringen. Üblicherweise wird im Laufe der Pilgerfahrt einmal oder mehrmals ein Gottesdienst besucht oder ein Wortgottesdienst selbst gestaltet.

Singen, Spielen und Ähnliches
Auch Spaß und Kreativität gehören dazu. Oft wird gesungen oder gespielt – je nach Lust und Laune. Gerne können Instrumente oder Spiele mitgebracht werden, wenn sie ins Gepäck passen.

Schlafen
Mit Ausnahme vom Pilgerzentrum schlafen alle Teilnehmer*innen in der Regel auf dem Boden. Die Orte, an denen wir übernachten, sind meistens Gemeinderäume, Turnhallen, Kirchen oder Schulen, Räume, die meist nicht die Komfort- und Hygienevoraussetzungen erfüllen, die wir im normalen Leben gewohnt sind. Oft gibt es keine Duschen, keine ausgestattete Küche und nur wenige Toiletten. Im Seniorenzentrum gibt es für jeden ein Bett in Mehrbettzimmern, Toiletten und Bäder auf der Etage, sowie eine voll ausgestattete Küche.

Gruppenzusammenstellung

Die Gruppen bestehen in der Regel aus 15 bis 22 Personen. Die Teilnehmer kommen aus verschiedenen europäischen Ländern und verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Sie gehören unterschiedlichen Konfessionen an oder sind Menschen auf der Suche. Das Alter reicht vom Kleinkind bis zum Senior. In den Gruppen wird diese Vielfalt wieder zu finden sein, soweit es die Anmeldungen ermöglichen.

Die verschiedenen Gruppen

Es werden verschiedene Arten von Gruppen angeboten. In der Anmeldung dürfen auch mehrere Formen angekreuzt werden. Wer kein Gepäck tragen kann, muss sich für die Sterngruppe oder das Pilgerzentrum anmelden.

Wandergruppe
Für Menschen, die pro Tag 10 bis 18 km bei etwa 3 km/h gehen können. Die Gruppen schlafen in täglich wechselnden Unterkünften. Wer sein Gepäck nicht vollständig tragen kann, soll dies angeben. Dann können die Isomatte und der Schlafsack abgeben werden, mehr nicht! Die Wandergruppen werden von einem Auto für das Küchenset, Lebensmittel und Gepäck begleitet.

Sterngruppe
Für Menschen, die ihr Gepäck nicht tragen, aber trotzdem täglich bis zu 15 km bei etwa 3km/h gehen können. Sie wandern mit Tagesrucksack. Ihre Übernachtungsorte wechseln sie nur ein- oder zweimal. Die Sterngruppen sind auch geeignet für Kinder, die es nicht gewohnt sind, weite Strecken mit Gepäck zu gehen.

Abenteuergruppe
Für Menschen, die pro Tag 12 bis 18 km bei etwa 4 km/h gehen können. Die Gruppe muss alles selbst tragen. Es gibt in der Regel kein Begleitfahrzeug, sondern nur einen Handwagen ausschließlich für das Küchenset und die Einkäufe. Die Teilnehmer*innen schlafen manchmal in sehr einfachen Unterkünften oder in einem großen Zelt.

Pilgerzentrum
Für ältere Menschen oder Menschen mit physischen Einschränkungen. Die Teilnehmer*innen schlafen in einer festen Unterkunft mit Betten (meistens in Mehrbettzimmern). Die Teilnehmer*innen müssen in der Regel Schlafsack oder Bettzeug mitbringen. Die Gruppe macht Ausflüge im Rahmen der Fähigkeiten der Teilnehmer*innen und sorgt selbst für ihre Mahlzeiten.

Familienzentrum
Für Familien mit kleinen Kindern gibt es eine Familiengruppe. Diese hat ein festes Quartier, normalerweise ohne Betten. Sie geht Wandern, macht Exkursionen und versorgt sich selbst. Zur Unterstützung der Eltern können sich auch gerne kinderfreundliche Teilnehmer ohne Kinder für das Familienzentrum melden.

Gruppenverantwortliche

Für jede Gruppe werden Freiwillige gesucht, die eine spezielle Aufgabe übernehmen: Guardian (Gruppenleiter), Mutter (für die Versorgung), Troubadour (für Spiel und Gesang), geistlicher Begleiter und Kapitelleiter (für die thematische Arbeit). Alle Aufgaben können von Frauen und Männern ausgeführt werden. Sie haben den Auftrag, das Gruppengeschehen zu leiten, zu begleiten und zu koordinieren. Da dies ein besonderer Einsatz ist, haben sie auch besonderen Respekt und Unterstützung verdient. Nichts desto trotz hängt das gute Gelingen der Pilgerfahrt von jedem Einzelnen und seinem Beitrag ab.

Teilnehmer*innen, die schon ein- oder mehrmals auf Pilgerfahrt waren und sich vorstellen können, eine dieser Verantwortungen zu übernehmen, können dies im Anmeldeformular angeben. Wer eine Verantwortung nicht alleine tragen möchte, kann sich als „Helfender Verantwortlicher“ anbieten.

Begleitfahrzeuge

Mit Ausnahme der Abenteuergruppe sind in den Gruppen Begleitfahrzeuge erforderlich. Zum einen werden darin das Küchenset und die Lebensmittel transportiert, zum anderen muss manches Gepäck transportiert werden. Hierfür sind wir darauf angewiesen, dass Teilnehmer*innen ihr Auto zur Verfügung stellen. Wer sein Auto zur Verfügung stellen möchte, muss – im Falle, dass auch andere das Auto fahren dürfen – sicherstellen, dass die Kfz-Versicherung ausreichende Deckung bietet.

Gepäck

Armut verpflichtet, das heißt, dass wir mit möglichst wenig Gepäck unterwegs sein wollen. Auf Überfluss wollen wir in allen Gruppen verzichten. So solle das Gewicht des Gepäcks 10 kg nicht überschreiten. In den Sterngruppen können die Matten etwas schwerer sein, bzw. bei den Senioren kommt die Bettwäsche dazu. Teilnehmer*innen der Sterngruppe müssen ihr Gepäck in kleine, weiche Taschen packen, die leicht im Auto verstaut werden können, keine Koffer. Für Gepäck, das während der Pilgerfahrt nicht benötigt wird, stellen wir einen verschlossenen Raum zur Verfügung.

Versicherungsschutz

Die Bewegung der „Gefährten des heiligen Franziskus“ kann nicht haftbar gemacht werden für Unfälle oder Schäden, die durch Handlung beziehungsweise Fehlverhalten eines Teilnehmers oder eines Dritten entstehen. Die ehrenamtlichen Gruppenverantwortlichen sind bei ihrer Tätigkeit im Rahmen einer Vereins-Haftpflichtversicherung abgesichert. Jeder Teilnehmer ist für seine private Unfall-, Kranken- und Haftpflichtversicherung selbst verantwortlich. Zudem kann die Bewegung nicht belangt werden für mögliche Schäden oder Unfälle, die auf der Hin- oder Rückreise entstehen.

Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

Die im Anmeldeformular angegebenen Daten werden zum Zweck der Gruppenplanung und für statistische Zwecke gespeichert. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben. Lediglich eine Weitergabe an die mit der Vereinshaftpflicht beauftrage Versicherungsgesellschaft kann unter Umständen notwendig werden.

Fotos oder Videoaufnahmen, die während der Pilgerfahrt gemacht werden, werden möglicherweise für die Veröffentlichung auf der Internetseite, auf Flyern oder in Zeitungsartikeln genutzt. Im Anmeldeformular kann angegeben werden, dass Fotos, auf denen man abgebildet ist, nicht veröffentlicht werden sollen.
Wir erwarten von allen Teilnehmern, dass sie die Persönlichkeitsrechte eines jeden achten und ohne die Zustimmung der dargestellten Personen keine Fotos im Internet bei Facebook, Instagram und ähnlichen Medien veröffentlichen.

Kosten

Damit jeder teilnehmen kann, bemühen wir uns, die Teilnahmekosten so gering wie möglich zu halten. Es gibt Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Auszubildende und Arbeitslose sowie für Kinder von 4-12 Jahren. Kinder unter 4 Jahren sind frei.

Die Preise der kommenden Pilgerfahrt sind in der aktuellen Einladung zu finden. Eine Anzahlung muss zusammen mit der Anmeldung gezahlt werden. Diese dient zur Finanzierung der Vorbereitung der Pilgerfahrt. Bei einem fundierten Grund für eine spätere Absage (zum Beispiel Krankheit) wird die Hälfte des angezahlten Betrags zurückgezahlt.

Die Zahlung des Restbetrags erfolgt gewöhnlich in bar in der jeweiligen Landeswährung und zu Beginn der Pilgerfahrt.

Anmeldung

Wir bitten darum, für jeden Teilnehmer, auch für Kinder, ein gesondertes Formular ausfüllen. Damit beim Übertragen der Daten keine Fehler entstehen, bitte das Anmeldeformular nach Möglichkeit am Computer ausfüllen. Dann ausdrucken und unterschrieben an die Nationalleitung senden. Bitte zusätzlich zum unterschriebenen Original auch die ausgefüllte PDF-Datei per E-Mail zusenden.

Kinder kommen in die Gruppe mit ihren Eltern, wenn keine andere Regelung eingetragen wird. Jugendliche unter 18 Jahren, die nicht mit einem Elternteil in der Gruppe sind, müssen von einer erwachsenen Person in ihrer Gruppe begleitet werden. Diese muss von den Eltern auf dem Anmeldeformular bevollmächtigt werden. Außerdem muss sie auf ihrem eigenen Anmeldeformular bestätigen, dass sie die Verantwortung übernimmt.

Die Annahme von verspätet eingehenden Anmeldungen liegt ausschließlich im Ermessen der Organisatoren. Falls eine Anmeldung rückgängig gemacht werden muss, bitten wir darum, uns dies schnellstmöglich mitzuteilen.